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koje

Wir gedenken Ingo Hammes

20.2.2024

Bregenz

In der vergangenen Woche erreichte uns die traurige Nachricht, dass ein wichtiger Mensch für die Offene Jugendarbeit in Vorarlberg von uns gegangen ist. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Ingo Hammes.

Fast zwei Jahrzehnte prägte er das Between in Bregenz, die meiste Zeit davon als hauptverantwortlicher und geschäftsführender Leiter. Er engagierte sich leidenschaftlich für benachteiligte Jugendliche und sah in der Offenen Jugendarbeit einen Zugang, um jungen Menschen Perspektiven zu ermöglichen. Als langjähriger Obmann und erster Sprecher der koje in den 2000er Jahren brachte er seine Ideale und seine klaren Vorstellungen in den jugendpolitischen Diskurs in Vorarlberg ein.  

Martin Hagen, der 2008 den Vorsitz der koje von Ingo übernahm, erinnert sich an ihn als Pionier der Autonomen Jugendarbeit, der durch seine Haltung und seinen kompromisslosen Kurs für die Zielgruppe viel für die Unabhängigkeit von Jugendzentren hierzulandebewirkt hat. Auch seine Nachfolgerin im Between, Eva Zipperer, äußert ähnliches: „Ingo Hammes war Anwalt und Verfechter der Prinzipien der Offenen Jugendarbeit. Ihn zeichnete die besondere Fähigkeit aus, ein Gespür und Blick für den Bedarf von Minderheiten und benachteiligten Jugendlichen zu haben. Er hat Fundamente aufgebaut und hatte dabei strategisch immer den Fortbestand der gelebten Autonomie und Offenen Jugendarbeit im Auge.“

Durch sein Handeln prägte und inspirierte er viele Weggefährt*innen und Jugendarbeiter*innen. Wichtige Führungspersonen aus dem Handlungsfeld wie Michael Lienher und Zeljko Bilic sahen in ihm einen Mentor, der sich an seinen eigenen Idealen maß und sich konsequent dafür einsetzte. Dies hinterließ auch Eindruck auf politischer Ebene. Für seinen Einsatz wurde Ingo 2011 von Landeshauptmann Sausgruber mit dem Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg geehrt.

Im Zentrum seines Tuns standen immer die Jugendlichen mit ihren Anliegen und Bedürfnissen. Wegbegleiter Bernhard Amann hebt Ingos Fokus auf die Selbstermächtigung junger Menschen hervor und betont seine besondere Sensibilität und Empathie.

Durch seine Tätigkeit hat Ingo viel bewegt, auf individueller Ebene, in Gesprächen mit Jugendlichen und Kolleg*innen, auf professioneller Ebene durch die Implementierung und Umsetzung autonome rKonzepte sowie den Aufbau von Vernetzungsstrukturen und auf politischer Ebene, durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Bedürfnisse Heranwachsender. Ingo hat das Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit nachhaltig beeinflusst und dazu beigetragen, dass Chancengerechtigkeit in Vorarlberg an Bedeutung gewinnt.

Ruhe in Frieden, Ingo, und danke für dein vorbildliches Engagement und deine bedeutsame Lebensarbeit.

Todesanzeige in den Vorarlberger Nachrichten.

Stimmen aus der Offene Jugendarbeit

MARTIN HAGEN

Ingo Hammes hat 19 Jahre lang im Between Bregenz gearbeitet. Die meisten Jahre als hauptverantwortlicher und geschäftsführender Leiter. Er war Obmann des Dachverbandes der Jugendzentren, der koje. Er gilt als ein Pionier der Autonomen Jugendarbeit. Seine Haltungen, sein kompromissloser Kurs für benachteiligte Jugendliche sind legendär und leben in uns weiter. Er hat viel für die Unabhängigkeit der Jugendzentren bewirkt. Er stärkte nachhaltig unseren Mut und unsere Kritikfähigkeit. 2011 erhielt er das Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg. 

Danke, unvergessener Streiter für die Chancengerechtigkeit, für dein, weit über das Normale hinausgehende und vorbildliche Engagement für junge Menschen, die ins falsche Nest gefallen sind. Ich hab viel von dir gelernt! 

Ruhe in Frieden! 

Martin Hagen 

EVA ZIPPERER

Ingo Hammes war Anwalt und Verfechter der Prinzipien der Offenen Jugendarbeit. Ihn zeichnete die besondere Fähigkeit aus, ein Gespür und Blick für den Bedarf von Minderheiten und benachteiligten Jugendlichen zu haben. Er hat Fundamente aufgebaut und dabei strategisch den Fortbestand der gelebten Autonomie und Offenen Jugendarbeit im Auge gehabt. Ingo besaß die Fähigkeit in seiner aktiven Zeit bereits schon früh Weichen für danach zu stellen.

Dazu gehörte auch die Förderung der bundesweiten Vernetzung der Offenen Jugendarbeit nach dem Vorbild des Dachverbands der Offenen Jugendarbeit Vorarlberg.

Ingo hat mich für das Between engagiert, gefördert, mit seinem Engagement begeistert. Mit großem Vertrauen hat er mich als seine Nachfolgerin berufen. Für die gemeinsame Zeit, in der ich Ingo mit seinem Engagement und seinen Fähigkeiten erleben durfte, bin ich sehr dankbar.

MICHAEL LIENHER

Ingo, ein Wegbegleiter, Visionär und Verfechter gelebter Autonomie. Sein Wirken war nicht nur inspirierend, sondern auch wegweisend für viele, die das Glück hatten, ihn zu kennen. Als Mentor und Vorbild hat er Generationen beeinflusst und seine Spuren in der Jugendarbeit hinterlassen.

Ingo stand nicht nur für Ideale, sondern lebte sie auch konsequent. Seine aufrichtige Art, stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Jugend zu haben, machte ihn zu einem besonderen Menschen. Er setzte Meilensteine in der Jugendarbeit und prägte nachhaltig die Entwicklung vieler junger Menschen.

Sein Blick auf die Jugend war geprägt von Verständnis und Respekt.

ZELJKO BILIC

Ingo war für mich ein Mentor, ein Chancenbereiter für viele Quereinsteiger in die Jugendarbeit, ein Verfechter der Mitsprache der Jugendlichen, ein glühender Vertreter für Jugendliche, speziell jene am Rande der Gesellschaft.

Ein streitbarer Zeitgenosse mit klaren Vorstellungen. Ein Mann für den Autonomie und Offenheit nicht nur leere Worthülsen, sondern gelebter und geliebter Lebensinhalt waren.

Nek mu zemlja budelaka.

Zeljko

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