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koje

9.6.2026
Bregenz
Am 09. Juni findet der achte koje Fachtag statt. Unter dem Motto "OJA wirkt" treffen sich ca. 100 Fachkräfte in Bregenz um gemeinsam in Impulsen von Werner Prinzjakowitsch, Martina Steiner, Marco Moosbrugger, Sabine Pester & Sarah Goschurny sowie Agnes Hollenstein & Thomas Dietrich die Wirkung von OJA thematisch zu hinterleuchten.
Wann? 09.06.2026, 9 bis 16 Uhr
Wo? OJKA Bregenz, Bahnhofstraße 47
Wieviel? 15 € pro Person (beinhaltet Essen und Getränke)
Anmeldung via Mail an office@koje.at
Es empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Between liegt direkt am Bahnhof Bregenz.
Neben dem Between befindet sich auch ein öffentlicher, kostenpflichtiger Parkplatz.
09:00 Uhr Ankommen
09:30 Uhr Begrüßung
10:00 Uhr Vormittags-Bite
12:30 Uhr Mittagspause mit Verköstigung
14:00 Uhr Nachmittags-Bites
16:00 Uhr Gemeinsamer Ausklang
„Warum tun wir was wir tun?“ ist die zentrale Frage, die sich Akteur*innen in der Offenen Jugendarbeit stellen sollten. Das beginnt bei der Konzepterstellung, der Suche nach Ressourcen und endet in der täglichen Reflexion und den Berichten an die Geldgeber*innen. Ein wirkungsorientierter Handlungsansatz ist diesbezüglich sehr hilfreich, und dieser wird am Beispiel des Verein Wiener Jugendzentren praktisch vorgestellt und diskutiert. Von der Erstellung des Konzepts, einer „Theory of Change“ geht es zu den praktischen Schwerpunkten des Vormittags. Wie kann diese Grundlage, konsequent angewandt, in der täglichen Arbeit hilfreich sein? Was ist die Rolle von „Daten“ dabei und warum dürfen das nicht nur Zahlen sein? Inwiefern ist dieser Ansatz auch einfach und hilfreich, wenn Behörden oder Bürgermeister*innen wissen wollen, was in der Einrichtung eigentlich so passiert?
Werner Prinzjakowitsch hat Soziale Arbeit und Sozialmanagement studiert und sich an der Harvard Business School mit Performance Measurement auseinandergesetzt. Er ist seit Jahrzehnten in der Offenen Jugendarbeit tätig, seit 2008 als pädagogischer Bereichsleiter des Vereins Wiener Jugendzentren. Neben der Fachaufsicht und Evaluierung einiger Einrichtungen fördert er spezifische Aktivitäten in den Bereichen Politische Bildung, Integration und Diversität sowie Internationales. Er wirkt als Präventionsexperte für das österreichische Bundesnetzwerks „Deradikalisierung und Extremismusprävention“ und die Europäische Kommission.
Wenn wir Offene Jugendarbeit auf Kicker, WLAN und „chillen“ reduzieren, machen wir genau das unsichtbar, was gesellschaftlich am meisten wirkt: Schutzräume, Parteilichkeit, Konfliktbearbeitung, politische Bildung und echte Mitbestimmung. Hinter jedem „Spiel und Spaß“ steckt Beziehungsarbeit, die Gewalterfahrungen reduziert, Bildungswege öffnet und Jugendliche stärkt, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren.
Wer OJA als nettes Freizeitangebot abtut, verkennt, dass hier demokratische Praxis gelernt, soziale Spaltung bearbeitet und Gesundheit gefördert wird – kostenlos, freiwillig und niedrigschwellig. Dieser Fachtag ist deshalb mehr als Fachplausch: Er ist ein klares „Nein“ zur Abwertung unserer Arbeit und ein „Ja“ zu Qualität, Wirkung und guten Rahmenbedingungen, damit aus „nur Spiel und Spaß“ weiterhin gelebte Kinder- und Jugendrechte werden.
Der Vortrag ist deshalb auch ein politisches Statement: Wir widersprechen dem Bild von OJA als „nettem Freizeitangebot“ und machen deutlich, dass es um unverzichtbare Infrastruktur für junge Menschen geht.
Martina Steiner ist Geschäftsführerin der POJAT – Dachverband Offene Jugendarbeit Tirol – und verantwortet in dieser Funktion die strategische Weiterentwicklung, Vernetzung und fachliche Positionierung der Offenen Jugendarbeit in Tirol. Als langjährige Fachkraft in der Jugend- und Gemeinwesenarbeit steht sie für eine wertschätzende, beteiligungsorientierte Haltung, setzt sich für gute Rahmenbedingungen der Offenen Jugendarbeit ein und vertritt die Interessen junger Menschen sowie der Fachkräfte auf Landes- und Bundesebene, unter anderem auch im Vorstand des bundesweiten Netzwerks bOJA.
Offene Jugendarbeit ist eine zentrale Ressource unserer Gesellschaft und bietet vielfältige Potenziale für die Entwicklung junger Menschen und sozialer Gemeinschaften. Dennoch zeigen sich immer wieder strukturelle Herausforderungen: Wird an der Ausstattung von Einrichtungen gespart, gehen wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten verloren – für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte gleichermaßen. Im Workshop beschäftigen wir uns mit den Rahmenbedingungen und der Ausstattung, die erforderlich sind, um qualitativ hochwertige Jugendarbeit zu gestalten. Gemeinsam fragen wir: Welche Einflussmöglichkeiten haben Fachkräfte in ihrem pädagogischen Alltag? Wo liegt die Verantwortung bei Trägern und Kommunen?
Sabine Pester & Sarah Goschurny sind Bildungsreferent*innen bei der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e.V. (AGJF BW) - der Fachorganisation für OKJA in BW. Dort koordinieren sie themenbezogene Projekte. Außerdem verfassen und überarbeiten sie Publikationen für das Arbeitsfeld, wie die Neufassung der Broschüre "OKJA in BW -Rahmenbedingungen und Strukturqualität".
Repräsentation, Unterstützung, Know-How-Transfer, … die Handlungsmöglichkeiten eines Dachverbands sind vielseitig. Entscheidend ist, dass dabei etwas vom Folgenden dabei rauskommt: es gibt bessere Leistungen für Jugendliche, es gibt mehr Leistungen für Jugendliche oder die Leistungen für Jugendliche können leichter erbracht werden. In diesem diskursiven Workshop soll erörtert werden, ob die koje diese Wirkungen mit ihrer Arbeit spürbar erreicht. Gibt es offene Bedarfe und/oder Lücken? Wo bzw. wie kann die koje in der alltäglichen Arbeit spürbar werden?
Agnes Hollenstein ist Geschäftsführerin der OJA Bregenzerwald (OJB) und seit 2023 Obfrau der koje. Sie vertritt die Anliegen junger Menschen auf regionaler und überregionaler Ebene und ist zudem im Vorstand von bOJA, dem bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit.
Thomas Dietrich ist seit 2018 Geschäftsführer der koje und im Vorstand von bOJA. In seiner täglichen Arbeit ist er verantwortlich für die Weiterentwicklung und Vertretung des Handlungsfelds in Vorarlberg.
Die digitale Transformation fordert Offene Jugendarbeit doppelt heraus: Wir müssen Jugendliche für eine KI-geprägte Zukunft fitmachen, während gleichzeitig unsere eigenen Ressourcen begrenzt sind. Dieser Workshop zeigt konkrete Wege, wie Sie KI für Planung und ähnliches nutzen UND Jugendlichen kritische Medienkompetenz vermitteln. Praxisnah, ohne Laptop, mit sofort umsetzbaren Ideen.
Marco Moosbrugger ist Gründer von AI Development e.U. und Mitveranstalter von ahead. Zudem arbeitet er als Dozent im Digital Campus Vorarlberg.