Aus für (externe) Sexualpädagogik an Schulen?

Der von ÖVP- und FPÖ-Nationalratsabgeordneten gestellte Entschließungsantrag, der externe Sexualpädagogik an Schulen verbieten soll, wird von Expert*innen als massiver Rückschritt gewertet. Konkret würde dies ein Aus für (externe) fachliche Sexualpädagogik an Schulen bedeuten und notengebende Lehrpersonen ohne sexualpädagogischen Hintergrund in unnötige Rollenkonflikte zwingen. Alles in allem: Ein undurchdachtes Vorhaben.

Rund 100 Institutionen und Fachpersonen, darunter auch der Verein Amazone, haben das bundesweit gemeinsam verfasste Statement „Warum braucht es (externe) Sexualpädagogik?“ unterzeichnet. Alle in Vorarlberg tätigen Institutionen, deren sexualpädagogische Workshops vom Land Vorarlberg mitfinanziert werden, unterstützen das Statement: AIDS-Hilfe Vorarlberg, Ehe- und Familienzentrum Feldkirch (Jugend und Liebe – Wolke 6), love.li, Verein Go West und Verein Amazone.

 

Warum braucht es (externe) Sexualpädagogik?

Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, die stark von sexualisierten Inhalten geprägt ist. Pornografische Darstellungen und sexualisierte Bilder in Werbung, Sozialen Medien und im Netz generell bauen Druck auf. Im Zuge der Begleitung durch professionell arbeitende, externe Fachkräfte werden Jugendliche in ihrer Selbstbestimmung und Selbstverantwortung gestärkt. Dies wirkt präventiv gegen (sexualisierte) Gewalt, ungewollte Teenagerschwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten. Es braucht also Fachpersonen mit spezifischer sexualpädagogischer Ausbildung, die mit altersgerechten und lebensweltbezogenen Methoden und Materialien arbeiten und Fragen der Jugendlichen fundiert beantworten können. Workshops extern arbeitender Sexualpädagog*innen finden auf Augenhöhe statt und bieten ausreichend Anonymität in einem jugendgerechten Setting. So wird den jugendlichen Teilnehmenden das Sprechen über sensible und schambesetzte Themen ermöglicht – notengebende Lehrpersonen können dies nicht gewährleisten.

 

Deshalb unterzeichnen!

Die Dringlichkeit, den geplanten Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ zu kippen, ist vielen bewusst. Die heute gestartete Petition #redmadrüber: Initiative für qualitätsvolle Sexualpädagogik wurde innerhalb weniger Stunden bereits knapp 3000 Mal unterschrieben. Fachkräfte, Eltern, Lehrpersonen, Jugendliche und viele mehr stehen auf für eine Sexualpädagogik, die FÜR Jugendliche gemacht ist und sich ihren Fragen, Themen, Ängsten und Unsicherheiten in einem für sie passenden Setting widmet.

Sign now: https://mein.aufstehn.at/p/redmadrueber

 

Links mit wichtigen Infos zum Thema:

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